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Warum einseitiges Training an der Pole ungesund ist

Elena Klyban - Pole Dance mit Rückenproblemen

Von Elena Klyban

Mindestens einmal im Leben hat jeder Mensch Rückenschmerzen. Schweres, falsches Heben, zu lange sitzende Tätigkeiten oder sogar eine viel zu niedrige angebrachte Küchenzeile zu Hause können zu Rückenproblemen führen. Durch ausreichende und vor allem richtige Bewegung kann das weitmöglich vermieden werden. Die dreidimensionale Rückenverkrümmung (Skoliose), Fehlbildung oder Fehlstellung der Wirbel, welche angeboren oder im Laufe des Lebens entstanden sind, können hingegen nicht behoben werden. Hierbei werfen wir gleich mal die Frage in den Raum: Welche Sportart darf man denn überhaupt bei Rückenproblemen, egal ob angeboren oder durch den Alltag oder Beruf verursacht, ausüben?

Pole Dance bietet Frauen und auch Männern mit Rückenproblemen egal welcher Art unglaubliche Möglichkeiten, wenn es richtig angegangen wird. Denn sonst kann auch Pole Dance gefährlich werden. Blicken wir auf die positiven Aspekte, die Pole Dance unserem Rücken liefert:

Zum einen wird die Bauch- und die Rückenmuskulatur gekräftigt, was unserer Wirbelsäule die nötige Stabilität liefert. Stellt euch die Muskulatur wie ein Mantel oder ein Korsett vor. Sowohl Rücken als auch Bauchmuskeln müssen im gleichen Verhältnis trainiert sein und bieten somit eine gute Sicherung nicht nur für die inneren Organe, sondern auch für unsere wichtige, tragende Wirbelsäule. Zum anderen trainieren wir die kleine tiefliegende Muskulatur und tun etwas für unsere Körperspannung. Insgesamt werden die Muskeln stärker und man fühlt sich durch regelmäßiges Training „aufrechter“. Und das nicht nur durch die gekräftigte Muskulatur. Es werden Fähigkeiten wie eine verbesserte Koordination, Beweglichkeit, und Kraft erworben, an die ihr vorher nicht einmal gedacht hättet, dass ihr diese überhaupt besitzt geschweige denn ausbauen könnt. Somit ist es Fakt, dass man durch regelmäßiges Pole Dance Training verschiedene Erkrankungen, die durch schweres Heben, durch übermäßiges Sitzen aufgrund des Berufs, mangelnde Bewegung und vor allem den unaufhaltsamen Alterungsprozess entstehen, vermeidet oder verzögert.

Schauen wir nun auf den größten Fehler, den bestimmt viele von uns begehen: Das einseitige Training. Es ist ein großer Übeltäter für unseren Rücken. Natürlich merkt man am Anfang nichts davon, aber mit der Zeit bekommen wir muskuläre Dysbalancen und „werden schief“.

Ich arbeite mit einem Skoliosezentrum zusammen und lege beim Pole Dance besonderen Wert auf die richtige Ausführung der Figuren und das wichtige beidseitige Training. Viele meiner Kundinnen haben Probleme mit dem Rücken, angefangen von Haltungsschwäche bis hin zu Skoliose. Deshalb ist es besonders wichtig, dass diese Kursteilnehmerinnen eine individuelle und vor allem richtige Betreuung erhalten.

Pole Dance und Rückenprobleme
Rebecca ist eine meiner Kundinnen im Leipziger Aerial Sportstudio, die seit der Kindheit an Skoliose leidet.

Bereits seit zwei Jahren trainiert Rebecca Pole Dance bei mir und war früher eine ständige Besucherin unseres Skoliosezentrums. Den Spaß am Pole Dance hat sie sofort entdeckt, doch ihre größte Sorge war von Anfang an, wie sich das Training auf ihre Rückenprobleme auswirken wird. Nach regelmäßigen Besuchen meiner Kurse spürte sie keine Verschlechterung. Sogar im Gegenteil: der gewohnte ziehende Schmerz im Rücken wurde weniger und blieb an manchen Tagen ganz aus. Vor Pole Dance hat sie viele Sportarten wie Tennis oder Volleyball ausprobiert. Doch nichts schien geeignet zu sein. Entweder war die einseitige Belastung zu groß oder das Rennen und Springen wirkte sich negativ auf ihre Rückenbeschwerden aus.

Pole Dance und Rückenprobleme
„Ich bin richtig froh, dass ich Pole Dance entdeckt habe. Endlich habe ich Spaß am Sport gefunden und ich spüre, wie gut mir dieser tut.“

Der Schlüssel für die Prävention und einen schmerzfreieren Alltag liegt also darin beidseitig zu trainieren. Ich trainiere seit fünf Jahren an der Pole und kann voll und ganz nachvollziehen, wie unangenehm es ist die „schlechte Seite“ zu trainieren. Man kommt so gut voran und man will immer mehr und mehr Figuren oder Kombinationen lernen und da vergisst oder ignoriert man die andere Seite schneller als man denkt. Solang nichts schmerzt, egal ob Rücken, Schultern oder Ellenbogen, wird an der eigenen Trainingsweise selten etwas geändert. Und wenn der erste Schmerz einsetzt, ist es meistens zu spät oder ein sehr langer Prozess beginnt, um die Dysbalancen wieder zu beheben.

Deshalb sollte man von Anfang an vorausschauend mit der richtigen Technik auf beiden Seiten trainieren. Einerseits wird euer Körper es euch danken und andererseits werdet ihr bei einer coolen Kombination nicht plötzlich verzweifeln, wenn ihr auf der „schlechten Seite“ landet und plötzlich nicht mehr weiterkommt. Ihr werdet merken, dass es sich in jeder Hinsicht auszahlt. Pole Dance war für mich ein lebensverändernder Schritt, den ich immer wieder so gehen würde. Also liebe Frauen und Männer, langjährige Rückenbeschwerden sind nun keine Ausrede mehr. Überzeugt euch selbst und lernt Pole Dance.

Elena Klyban
Elena beschäftigt sich seit fünf Jahren mit Pole Dance und eröffnete vor rund zwei Jahren das Aerial Sportstudio in der Leipziger Südvorstadt. Bevor sie ihre Leidenschaft für diesen Sport entdeckte, lernte sie Physiotherapie und machte nebenbei ihre Gruppentrainierlizenz. Ihre erste Ausbildung absolvierte sie zur Beauty- & Wellnessfachfrau. In ihrem Studio unterrichtet sie neben Pole Dance und Pole Exotic auch Reifen- und Vertikaltuchakrobatik.

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