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Pole Dance und die knappe Kleidung

Pole Dance und die knappe Kleidung - Tanja Star PoledancePole Dance und die knappe Kleidung

Wir klagen alle über unser Aussehen. Aber ist das wirklich berechtigt? Schließlich sehen auch die meisten Stars ungeschminkt und ungephotoshoppt im besten Fall nur durchschnittlich aus. Ich sage: Schluss damit!

"Das würde ich ja wirklich gern mal ausprobieren. Aber was zieht man da denn so an?"

Das ist die oder eine der ersten Fragen, die Pole-Interessentinnen zu Beginn fragen. Meine Antwort fällt in der Regel mehr oder weniger so aus: Eine Hose, die maximal bis zum Knie geht oder sich bis über das Knie hochkrempeln lässt sowie ein ärmelloses Top und/oder einen Sport-BH. Ein gut sitzender Bikini geht auch.

Die Antwort: "BIKINI?!"

Ich erkläre dann erstmal, dass man für die erste Stunde noch keine spezielle Pole Dance Bekleidung braucht und erstmal das nehmen kann, was der Kleiderschrank hergibt.

"Aber wirklich ein BIKINI?!"

Ich erkläre dann, dass Haut an der Pole eine viel bessere Haftung hat als eine Stoffhose und auch viel besser aussieht, als irgendwie hochgewurschtelter, überschüssiger Stoff.

"Aber ich kann doch nicht im BIKINI tanzen! Da bin ich ja halb nackt!"

Naja, aber den Bikini hat man ja in der Regel zu Hause, weil man ihn auch sonst schon mal trägt, am Strand oder im Schwimmbad zum Beispiel. Und da gucken einem auch noch fremde Männer auf den Pelz! Wohingegen wir beim Pole Dance unter lauter Mädels sind.

In der Regel werden an diesem Punkt die meisten etwas nachdenklich und ich erkläre weiter, dass zunächst einmal alle Mädels unsicher sind, wenn sie das erste mal kommen, aber jeder so damit beschäftigt ist, das Neue zu lernen, als dass Zeit dafür wäre, sich auf die anderen zu konzentrieren. Und dass ich noch nie ein Mädel da hatte, das mit ihrem Körper hundertprozentig zufrieden ist.

Denn auch wenn wir vielleicht mit einigen Dellchen, Röllchen, Streifen und Fältchen nicht ganz so zufrieden sind: Es macht uns nicht attraktiver wenn wir ständig an uns herumnörgeln und versuchen, die kleinen Makel (die für andere wahrscheinlich eh nicht sichtbar sind) durch eine geduckte Körperhaltung und verhüllende Klamotten zu kompensieren (die man beim Pole Dance irgendwie hochkrempeln muss, was noch viel blöder aussieht!).

Auch ich bin nicht hundertprozentig zufrieden mit meinem Körper. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man diese ganzen Makel, die man angeblich hat, einfach ignoriert und sich auf die Dinge konzentriert, die man an einem selbst mag, plötzlich nicht nur eine viel bessere Körperhaltung einnimmt, sondern sich auch das Selbstbild verbessert.

Daher wird in unseren Kursen diese ganze Meckerei konsequent unterbunden. Denn fängt eine damit an, endet sowas häufig in einem kollektiven Klagegesang und die gute Stimmung ist dahin. Ich habe ein probates Mittel gefunden, dem Einhalt zu gebieten:  Ich verlange dann, dass jede mindestens ein Körperteil benennt, das ihnen an sich gefällt, und schon ist Schluss mit dem Gemeckere.

Bislang hatte ich zwar noch nie jemanden im Bikini im Kurs. Aber irgendwann, meist gegen Ende des ersten Kurses, fangen die Mädels damit an, unsere kleine "Boutique" mit den Pole Klamotten zu plündern.

Wir freuen uns dann immer riesig - und zwar nicht, weil wir an den Klamotten was verdienen (ganz im Ernst, eigentlich ist die "Boutique" die ganze Mühe kaum wert), sondern weil wir es lieben, dabei zuzusehen, wie jede einzelne nach und nach ihre Schüchternheit ablegt und selbstbewusster wird. Manchmal habe ich sogar den Verdacht, dass die eine oder andere sich in den Klamotten sogar nicht nur wohl fühlt, sondern auch schön findet. Und das ist nichts, wofür man sich schämen sollte!

Vielleicht liegt es aber auch zum Teil an den tollen Klamotten? Denn im Gegensatz zu den meisten Herstellern von Badebekleidung und Unterwäsche haben die Hersteller von Pole-Klamotten etwas sehr wichtiges verstanden: Nämlich dass wirklich niemand zusätzliche Röllchen braucht, hervorgerufen durch zu enge Bündchen.

Aber die Sachen sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch noch funktional: Sie leiten die Feuchtigkeit von der Haut ab, geben diese aber nicht nach außen ab, so dass die Pole nicht glitschig wird. Und weil die Sachen extra für unseren Sport entwickelt wurden, kann man auch sicher sein, dass Beinausschnitte keine zu tiefen Einblicke gewähren und alles da bleibt, wo es hingehört.
 
Und ja, die Sachen sind viel knapper als "normale" Sportbekleidung (allerdings noch lange nicht so knapp wie mancher Bikini). Aber erstens muss das so sein,  um die nötige Haftung an der Pole zu gewährleisten (da geht es nicht nur um Komfort, sondern auch um Sicherheit!) und zweitens sieht man darin tausendmal besser aus, als mit zu großen Sachen, die man irgendwie und mit mehr oder weniger Erfolg hochkrempelt.

Und bei der Masse an Designs, Farben und Formen findet sicher jede etwas, das ihr besonderes gut steht. ;)

Text: Tanja von Star Poledance Weilerswist

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